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Warum ich Medizin studiere und mein Aufnahmetest
7. September 2016

Lilly – ihre Geschichte oder eine Straßenhündin findet ein neues Leben

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Hallo ich bin Lilly. Ich möchte euch heute meine Geschichte erzählen.

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Geboren bin ich im Jahr 2013, wann weiß ich nicht genau. Meinen Geburtstag feiern wir immer am 1. Juni. Knapp ein Jahr habe ich auf den Straßen von Bosnien gelebt und wurde ziemlich blöd von den anderen Hunden behandelt. Ich weiß nicht was die gegen mich hatten. Vielleicht war ich ihnen zu süß.

Im Mai 2014 war in Bosnien dann ein schlimmes Hochwasser und Fremde haben mich mit nach Österreich genommen. In der Arche Noah kam ich am 30.05, dem Geburtstag von meinem Frauchen, an. Ich habe es anfangs sehr gehasst. Ich war eingesperrt, alleine und ständig wollten jemand was von mir. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Also blieb ich in meiner Ecke und vermied jeden Kontakt zu diesen Menschen.
Aber eine Frau war sehr hartnäckig und setzte sich still in mein Zimmer. Was soll das den? Naja, irgendwann schaute ich mal nach, was sie da so macht. So schlimm war sie gar nicht, und irgendwann traute ich mich auch raus mit der Frau zusammen. Die mag ich noch heute (Anmerkung: Die Frau wohnt sogar bei uns um die Ecke und Lilly freut sich richtig, wenn wir sie sehen).
Als Nächstes musste ich in ein Hunderudel umziehen, da leben ganz viele Hunde zusammen in einem Raum mit Auslauf. Ich hatte zwar etwas Angst, bisher waren Hunde ja nicht so nett, aber nach und nach gewöhnte ich mich an sie. Ich fühlte mich langsam wohl aber nur solange nichts Neues passierte.

Gerade, als ich mich so richtig einlebte kam eine junge Frau mit ihrem Freund vorbei und wollten mit mir spazieren gehen. Die fand ich nicht ganz so blöd, wie all die anderen, die es versucht hatten. Widerwillig ging ich auf eine kurze Runde mit. Die Frau hat so komisch gestrahlt und kam am nächsten Tag wieder. Und am übernächsten auch aber da mit eigener Leine. Die nahmen mich mit, raus aus dem Rudel und rein in eine fremde Wohnung.

Am 22.11.2014 startete mein neues Leben.
Jetzt darf die Frau, mein Frauchen erzählen.

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Ja, am 22.11. holten wir Lilly zu uns nachdem wir uns schockverliebten. Ja, das war Liebe auf den allerersten Blick!

Ich bin dem Tierheim unglaublich dankbar, dass sie die Kleine schon sehr gut vorsozialisiert haben. Trotzdem war es hart, sehr hart. Wir konnten keine Straßenseite wechseln, am Anfang mussten wir sie aus der Wohnung tragen und jede Bewegung wurde mit großer Angst beobachtet. Wir waren oft der Verzweiflung nahe und doch wussten wir immer, dass Lilly einfach nur Zeit braucht. Die ganzen ersten Male (erstes Mal streicheln einfordern, erstes Mal mit fremden Hund spielen, erstes Mal ins Restaurant gehen, usw…) waren dafür immer wieder herzerweichend. Wir haben mit diesem kleinen Fellknäul so viel durchgemacht und ich würde sagen, dass wir alle 3 aneinander gewachsen sind und eine feste Einheit jetzt bilden.
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Es ist bestimmt nicht einfach, ein Hund mit Geschichte zu sich zu holen, aber war es für uns die beste Entscheidung unseres Lebens.  Und es ist unglaublich zu sehen, wie Lilly sich um 180° verändert hat. Mittlerweile kann ich sie überall mitnehmen, Angstanfälle sind nur noch selten und da ist eine ganz große Wertschätzung von beiden Seiten.
Ich bin immer noch ganz verliebt.

4 Comments

  1. Eine wunderschöne Geschichte, liebe Isabella! Und Lilly hat sich sooo toll entwickelt.

  2. Nina Gutmann sagt:

    Wundervolle Geschichte ❤️ Und wenn man euch beide sieht weiß man was für ein tolles Team ihr seid!

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