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Sportliche Zunkunft
30. Oktober 2016
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Hallo, lange nicht gesehen und/oder gehört. Ich wusste eine ganze Zeit lang nicht, was ich mit dieser Website so anstellen möchte bzw. ob ich überhaupt noch ein Teil der Socialmediawelt sein möchte. Und in Instagram möchte ich auch weiterhin eher unaktiv bleiben, aber ich möchte dir gerne etwas erzählen.

Und zwar einen Lifechanger-Moment! Vielleicht hilft dir meine Erkenntnis auch oder du hälst mich danach für balabala. Aber ich will mir einfach meine Gedanken mal schriftlich ordnen und damit auch verfestigen.

Um was geht es?

Um meine/unsere Lebensführung, um das Thema Gesundheit und wie die gesamte Konstitution damit zusammenhängt. Wie wir selbst unsere Gesundheit in der Hand haben und was uns die Schulmedizin nicht sagt.

Hä stop. Von Anfang an: Wer mir länger folgt weiß, dass ich relativ oft krank bin. So in etwa alle 1,5 Monate. Manchmal länger, gerade eher mit kürzeren Abständen. Das macht gut 6-9 Erkältungen im Jahr. Viel, zu viel! Im letzten Winter (2015/16) hatte ich mehr oder weniger immer Halsweh und war sportlich und in der Uni dadurch schon sehr eingeschränkt. Dazu leide ich seit meinem 15 Lebensjahr an Migräne und hatte von dieser so alle 1-2 Monate 1-2 x Besuch. Kam immer auf die aktuelle Lebensphase (Stress!) an.

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Ich hatte bereits 2 Serien Akupunktur vor 1,5 Jahren probiert (ohne großen Erfolg) und bin durch meine Mutter im September zur TCM gekommen. Seit knapp 6 Monaten werde ich nun mit TCM-Kräutern behandelt. TCM bedeutet Traditionelle chinesische Medizin und beruht auf der Lehre von Yin und Yang. (Kurz: Es kann weder Yin noch Yang alleine existieren sondern es kommt beides nur gemeinsam vor, weiters gibt es die Vorstellung von Qi, Jing und Shen- die grob verschiedene Energieformen darstellen) Bei mir wurde im Wesentlichen eine Problematik mit dem Qi festgestellt. Qi bekommt man sowohl bei der Geburt mit, es entsteht aber auch durch die Atmung und Nahrung. Im Körper kann es durch Bewegung wiederum in Bewegung gesetzt werden. Qi und Blut (nicht gleichzusetzen mit unserem westlichen Blut) fließen in den Meridianen. Davon gibt es 12 Stück, diese tragen so Namen wie Lungen-Meridian, Leber-Meridian oder auch 3 Fächer Erwärmer. Die Akupunktur, ein Teil der TCM, arbeitet damit.
Naja, gut. Ganz oberflächlich erklärt, aber in der TCM versteht man den Körper als eine Einheit, als ein „Ding“ und nicht als abgesonderte Organabschnitte.
Und siehe da, ich habe seit knapp 6 Monaten KEINEN Migräneanfall mehr gehabt. Halleluja! Meine Infektanfälligkeit hat sich auch gebessert. So ziehe ich meine Erkältungen nicht mehr wochenlang mit sondernwerde schnell krank aber auch wieder schneller gesund.

Da mich das Gedankenmodell der TCM sehr interessiert hat habe ich die letzten 3 Wochen einen Intensivkurs in der Uni besucht (das gilt auch als ein reguläres Modul- ich bekomm also ECTS auch dafür 😉 ). Und das war wirklich ein Lifechanger. Nach der ersten Woche habe ich mich wie ein Schiff auf hohem Wellengang gefühlt. Mein ganzes Leben und meine Position darin waren mir nicht mehr begreiflich. Wer bin ich? Wo will ich den mal hin? Was glaube ich? Verhalte ich mich richtig? Was mache ich hier?
Ich habe mich sehr unsicher gefühlt, wusste nicht mehr was ich glauben soll und wie ich meine westliche Schulmedizinausbildung und meine neu aufblühenden Ideen zur ganzheitlichen Medizin vereinen soll. Wem soll ich glauben? Kann man das vereinen? Werde ich das irgendwann können? Und eine der wichtigsten Fragen: Was bedeutet die TCM ganz konkret für mein Leben?

Mir ist einiges klar geworden und ich muss daraus Konsequenzen ziehen. Keine, die mein Studium betreffen. Den da bin ich der Meinung es lässt sich verbinden. Ich war schon immer der Meinung, dass die westliche Medizin zu sehr auf einzelne Bereiche Wert liegt und zu wenig das Ganze sieht. Leider ist mein Studium sehr schulisch aufgezogen mit viel Detailwissen und das große Ganze wird oft vernachlässigt. Aber das ist dann der Job von mir selbst. Und dabei kann die TCM mir sehr behilflich sein. Ich werde entweder Allgemeinmedizinerin oder Fachärztin, aber wo es mich auch hintreibt, das ganzheitliche Wissen (welches ich noch lernen muss) wird mir und meinen Patienten nur zu Gute kommen.

Die Konsequenzen betreffen eher mein persönliches Leben. Wir leben doch in einer Zeit, in der schneller, höher, weiter zählen und nicht mehr die Qualität oder der Weg. Und ich bin da nicht anders. Ich habe mich viel zu lange an anderen orientiert. Zum Beispiel habe ich zu lange auf die Laufzeiten von anderen Läufern geschaut und mich immer wieder gefragt „Warum bist du nicht so schnell?“, „Warum läufst du keinen Marathon?“ etc. Aber auch in der Frequenz von meinen Sport habe mich von anderen beeinflussen lassen. Die eine macht jeden Tag mindestens eine Einheit, die nächste macht Triathlon (trainiert als 3 Sportarten gleichzeitig) und der nächste reißt an einem Sonntag 30 km ab. Und ganz klar, man kann sich eigentlich nur klein und schlecht fühlen. So folgt man doch meistens Accounts, die was drauf haben, sportlich viel machen und merkt ja auch meistens gar nicht den Struggle, den die auch haben. Kurz um, ich habe mich überlastet und mein Körper vernachlässigt. In letzter Zeit habe ich 40 Laufkilometer abgespult, 2-3 Schwimmeinheiten die Woche und noch 2-3 Krafttrainings. Und habe ich bei also ca. 9-10 Einheiten/ Woche immer noch „schlecht“ gefühlt. Zu wenig, zu langsam, zu zu zu zu…

Mal abgesehen davon, dass es einfach viel zu viel für meinen Körper ist. Natürlich habe ich mich in der letzten Zeit gefragt, warum schaffen andere so viel Sport und bleiben gesund und warum ich nicht? Was ist falsch an mir? GAR NICHTS! Meine Konstitution verlangt einfach nach etwas anderem. Ich bin eh ein Mensch, der tendenziell immer gestresst ist, schlecht entspannen kann und eine innere Unruhe hat. Ich bin also keine Schlaftablette und auch nicht energielos. Ich darf nur nicht mit meiner Energie um mich schmeißen. Ich komme nicht aus dem Teufelskreis „krank sein“ heraus, wenn ich so weiter mit meinem Körper umgehe. So habe ich doch nur diesen Einen und kann mir kein Ersatzmodell bauen.

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Gut, komm mal auf den Punkt Isabella!

OK, also ich habe gestern die Bremse gezogen. Bin nicht in den Schwimmkurs gegangen, hab nicht meine geplante Laufeinheit durchgezogen und habe versucht, mich deswegen auch nicht zu stressen. Ich merke seit ein paar Tagen wieder etwas Halskratzen und fühle mich eher 75% als 100%. Es macht mir niemand von außen Druck, ich muss nicht auf irgendwelchen Plattformen posten, noch trainiere ich für ein bestimmtes Ziel. Die Einzige, die mich stresst bin ich selber. Ich bin mein härtester Kritiker und somit auch mein größter Feind. Komisch, ja-aber es geht bestimmt einigen von euch auch so?

Ich hatte heute 5 Stunden Qigong (die Bewegungsform der TCM) und es tat so gut! Besser noch als Yoga, da es dort wirklich keinen Leistungsdruck gibt sondern es einfach nur um dich geht und nicht um messen mit anderen. Selbst beim Yoga wird verglichen, wie weit kommt der runter, wie lange kann ich den Handstand halten usw.

Ich entschleunige also mein Leben und möchte in Zukunft nur mehr auf meinen Körper hören. Ich liebe das Laufen, das Schwitzen beim Training und die Natur sowieso. Und ja, ich habe auch meine Liebe für das Schwimmen entdeckt (wenn auch niemals im offenen Gewässer- Team Angsthase) aber ich muss meinem Körper Ruhe geben. Raus aus dem Leistungsdruck, rein in eine gesunde Gesundheit. Zu lange habe ich mich auf die Kräuter verlassen und zu wenig selbst aktiv mitgestaltet. Aber es ist mein Körper, meine Gesundheit und mein Weg.

Danke TCM, dass du mich auf diese Reise schickst und ich gerade zwar hochgradig verwirrt bin aber auch merke, dass es in eine andere Richtung gehen muss.

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